Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die belgischen Streitkräfte südlich der britischen Besatzungszone einem Bereich zwischen Aachen und Kassel eingefügt.

Das Hauptquartier befand sich seit 1949 in Köln Weiden.
Garnisonen gab es in Arolsen, Büren, Düren, Soest, Werl, Siegen, Arnsberg, Lüdenscheid Spich und Aachen Brand.
Am Ende der Besatzung, wurde die belgischen Streitkräfte in einen militärischer Plan der NATO einbezogen.
In der BSD (Belgische Streitkräfte Deutschland) waren damals etwa 16.500 belgische Soldaten mit Angehörigen.
Im Jahr 1996 wurde das Kommando des 1BE Korps nach Saive bei Lüttich verlegt.
Im Jahr 1998 gab es noch 2.200 belgische Soldaten in Deutschland und der Garnison Köln blieb bis Ende 2003.

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Als Folge dieser Entscheidung wurden daher seit 1991 systematisch die Gebäude geräumt und an die deutschen Behörden zurück gegeben.

Am 27. Juni, auf dem Schützenplatz Loh, nahm die Garnison mit einer beeindruckenden Zeremonie Abschied von ihrer Garnisonstadt.
Der Standort Kommandant, Colonel BEM Jef Van Reusel überreichte an seinen Kollegen und Vorsitzender der DBG, Bürgermeister der Garnisonstadt Lüdenscheid in ein bewegender Moment die belgische Fahne, die nun zum letzten mal glatt gestrichen wurde.
Abteilungen der verschiedenen Einheiten, plus eine Delegation von 2JP und ihren Fahnen mit Standarten nahmen an dieser Zeremonie teil, was noch durch die Musikkkorps der Bundeswehr verschönert wurde.

Am 30. September 1994 hatten die Einheiten des Ostsektors die Quartiere in der BSD verlassen. Was noch zurück blieb, waren Familien, die drn Großteils ihres Leben in Deutschland verbracht hatten, als im eigen Land. Kinder, die in Deutschland geboren waren und ihre Zukunft dort aufgebaut hatten, Kinder, die schon verheiratet waren und selbst schon Kinder hatten.

Die in den Ruhestand versetzten Soldaten, die ihre Kinder nicht zurücklassen konnten und deshalb nie nach Belgien zurückgekehrt sind.
Insgesamt blieben 272 Belgier in Lüdenscheid wohnen, von denen 174 Männer waren.

Zehn Jahre später waren es noch 200 Belgier, davon 128 Männer.
Es ist nicht zu erwarten, dass diejenigen, die nur ihre Kindheit in Belgien verbrachten, plötzlich wieder zu diesem Land zurückkehren werden.
Doch bleibt die Verbundenheit mit Belgiens bestehen, so gibt es noch verschiedene Anforderungen, die eingehalten werden müssen.
Solange man in Besitz eines belgischen Reisepasses oder Personalausweises ist, merkt man sehr gut das man noch Belgier ist. Dies war dann auch einer der Gründe, warum viele der belgischen Kinder die deutsche Staatsangehörigkeit beantragten.

Belgien war weit weg, das belgische TV wurde nicht von den deutschen Behörden übernommen.
Alle zurückgebliebenen spürten jetzt, da es nun weniger Gelegenheit gab ihre Muttersprache zu sprechen, dass man seine Muttersprache mehr und mehr verlernte. Dies gab den Anstoß einen Verein zu gründen und ein Ort zu suchen, wo die Belgier sich treffen konnten, um in ihrer eigenen Sprache zu plaudern.

Der Verein trägt den Namen Belgier in Lüdenscheid.
Am Anfang war es ein sehr lockeres Treffen, wo viele Erinnerungen abgerufen wurden. Ein paar Monate später war aufgefallen, dass eine Organisation vorhanden sein musste. Es wurde einen Vorstand gewählt, die diese Aufgabe übernahm und bis heute noch immer hält.

Sie setzten sich zum Ziel:
Die Mitglieder zu helfen, zu unterstützen, bei eventuellen Probleme mit Anträge und Ausfüllen von Formularen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass beim Todesfall viele Probleme entstehen, vor allem, wenn die Überlebenden nicht unsere Sprache sprechen und nicht wissen, welche Formulare auszufüllen sind, und wohin sie geschickt werden müssen.

Dieser Verein verfolgt ausschließlich freundschaftliche Zwecke und dient nur zur Förderung der Zusammengehörigkeit. Versammlungen finden an jeden zweiten Donnerstag des Monats im Restaurant Athen in Lüdenscheid statt. Jeder wird hierzu herzlich eingeladen. Einmal im Jahr wird eine Jahreshauptversammlung durchgeführt, um das jährlichen Programm fest zu legen. Mitglied dieser Gesellschaft kann jeder werden. Über die endgültige Aufnahme bestimmt der vorstand.

Onze eerste jaarlijkse vergadering.